Ratgeber
Energetische Sanierung: Kosten nach Maßnahmen
Energetisch sanieren heißt, mehrere Bauteile in eine Reihenfolge zu bringen und ein Budget darauf zu verteilen. Die Kosten je Maßnahme unterscheiden sich stark, ebenso ihr Beitrag zur Einsparung. Diese Seite ordnet die Maßnahmen nach Kostenanteil und Wirkung und zeigt, warum die Gebäudehülle zuerst kommt.

Die Maßnahmen und ihr Kostenanteil
Eine energetische Sanierung besteht aus Maßnahmen an der Gebäudehülle und an der Anlagentechnik. Die Hülle verursacht in der Regel den größeren Kostenblock, wirkt aber dauerhaft und unabhängig von Energiepreisen und Technikwechseln.
Innerhalb der Hülle ist die Fassade der größte Einzelposten, weil sie die größte Bauteilfläche stellt und ein Gerüst erfordert.
- Fassade und Außenwand: größte Fläche, größter Einzelposten
- Dach oder oberste Geschossdecke: hoher Nutzen bei moderaten Kosten
- Fenster und Außentüren: hoher Stückpreis, begrenzte Fläche
- Kellerdecke: günstig, spürbar für den Wohnkomfort
- Heizung und Lüftung: eigener Block mit eigener Förderlogik
Warum die Hülle zuerst kommt
Die Reihenfolge hat unmittelbare Kostenfolgen. Wird zuerst gedämmt, sinkt die Heizlast und die neue Heizung kann kleiner ausgelegt werden. Für eine Wärmepumpe ist die niedrige Vorlauftemperatur, die eine gedämmte Hülle ermöglicht, geradezu Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb.
Umgekehrt bleibt eine zuerst erneuerte Heizung nach der Dämmung überdimensioniert. Der Fehler ist teuer und nicht mehr korrigierbar.
- Geringere Heizlast erlaubt kleinere Anlagentechnik
- Niedrigere Vorlauftemperaturen für die Wärmepumpe
- Dämmung wirkt unabhängig vom Energiepreis
- Gerüst kann für mehrere Hüllmaßnahmen genutzt werden
Kostenblöcke innerhalb der Fassadenmaßnahme
Da die Fassade den größten Anteil ausmacht, lohnt sich der genaue Blick auf ihre Zusammensetzung. Neben System und Montage schlagen Gerüst und Nebenarbeiten zu Buche.
Die vollständige Aufschlüsselung finden Sie unter Fassadendämmung Kosten.
- Systemmaterial mit Dämmung und Oberfläche
- Montageleistung
- Gerüst und Standzeit
- Anschlüsse, Anbauteile und Entsorgung
- Planung, Nachweise und Baubegleitung
Was die Kosten mindert
Zwei Effekte reduzieren die tatsächliche Belastung: Förderung und die Bündelung von Maßnahmen. Wird die Fassade ohnehin saniert, entfällt der Anteil, der auch ohne energetische Verbesserung angefallen wäre.
Zu den Programmen siehe Energetische Sanierung Förderung. Eine erste Zahl für die Fassade liefert der Aufmaß-Konfigurator.
- Förderung für Einzelmaßnahmen an der Hülle
- Bonus bei Umsetzung nach Sanierungsfahrplan
- Steuerliche Förderung als Alternative zum Zuschuss
- Ohnehin fällige Instandsetzung gegenrechnen
- Gemeinsame Gerüstnutzung mehrerer Gewerke
- Wegfall künftiger Anstrichzyklen bei Klinkeroberfläche
Häufige Fragen
Fragen & Antworten
Bei ungedämmten Bestandsgebäuden liefert die Außenwand den größten Beitrag, weil sie die größte Bauteilfläche stellt. Dach und oberste Geschossdecke folgen mit gutem Verhältnis von Aufwand zu Wirkung.
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