Ratgeber
Altbau energetisch sanieren: Kosten nach Baualter
Beim Altbau bestimmt das Baualter, wo die Verluste sitzen. Gebäude aus der Zeit vor den ersten Wärmeschutzvorgaben haben in der Regel eine ungedämmte Außenwand und damit den größten Einzelposten der Sanierung. Diese Seite ordnet den Sanierungsbedarf nach Bauperiode und zeigt, welche Kostenblöcke daraus folgen.

Was das Baujahr über die Verluste verrät
Bis in die 1970er-Jahre wurde ohne nennenswerte Wärmeschutzanforderungen gebaut. Außenwände dieser Gebäude sind meist ungedämmt, der Wärmeverlust über die größte Bauteilfläche entsprechend hoch.
Mit den späteren Verordnungen kamen schrittweise Anforderungen hinzu. Gebäude aus den 1980er- und 1990er-Jahren haben oft eine dünne Dämmschicht, die heutigen Anforderungen nicht mehr genügt, aber die Ausgangslage verbessert.
- Vor 1978: in der Regel ungedämmte Außenwand
- 1980er und 1990er: dünne Dämmschichten, heute nicht mehr ausreichend
- Ab 2002: höhere Anforderungen, Fokus verschiebt sich zur Anlagentechnik
- Zweischaliges Mauerwerk: Luftschicht teils bereits verfüllt
- Nachträgliche Teilsanierungen prüfen
Typische Kostenblöcke im Altbau
Zu den Kosten der eigentlichen Dämmmaßnahme kommen im Altbau Positionen, die aus dem Bestand resultieren. Sie sind planbar und gehören ins Budget.
Wie stark sie ins Gewicht fallen, klärt die Bestandsaufnahme. Details unter Altbau dämmen Kosten.
- Rückbau alter Verkleidungen und Entsorgung
- Prüfung und Ertüchtigung des Untergrunds
- Anpassung von Dachüberstand und Ortgang
- Verlängerung der Fensterbänke
- Umsetzen von Fallrohren, Leuchten und Anbauteilen
- Sockelabdichtung und Perimeterbereich
- Abstimmung bei Denkmalschutz oder Gestaltungssatzung
Reihenfolge im Bestand
Auch im Altbau gilt: erst die Hülle, dann die Technik. Zusätzlich lohnt der Blick darauf, welche Bauteile ohnehin fällig sind. Steht die Fassade zur Instandsetzung an, wird die energetische Verbesserung im selben Zug erledigt, und nur der Mehraufwand ist echter Zusatzaufwand.
Bei Eingriffen in die Außenwand können ohnehin energetische Mindestanforderungen greifen. Das spricht dafür, die Maßnahme gleich vollständig zu planen.
- Ohnehin fällige Instandsetzung identifizieren
- Hülle vor Anlagentechnik
- Außenwand als größten Flächenanteil zuerst
- Fenster gemeinsam mit der Fassade
- Heizung nach der Dämmung dimensionieren
Die Fassade als Doppelnutzen
Im Altbau ist die Fassade meist nicht nur energetisch, sondern auch optisch am Ende ihres Zyklus. Eine Isolierklinker-Lösung erledigt Dämmung und Oberfläche in einem Arbeitsgang und liefert eine Oberfläche, die ohne Anstrichzyklus auskommt.
Für die Ausgangszahlen nutzen Sie den Aufmaß-Konfigurator, zur Förderung siehe Energetische Sanierung Förderung.
- Dämmung und Fassadenerneuerung in einem Zug
- Mechanische Befestigung unabhängig vom Putzzustand
- Klinkeroberfläche ohne Anstrichzyklus
- Deutliche optische Aufwertung im Bestand
- Schutz der Bausubstanz vor Schlagregen und Frost
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Häufige Fragen
Fragen & Antworten
Bei Gebäuden ohne nennenswerte Wanddämmung, also überwiegend Baujahr vor 1978, ist der Effekt am größten. Aber auch dünn gedämmte Wände der 1980er- und 1990er-Jahre lassen sich deutlich verbessern.
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